Der Frühling ist endlich in Sicht. Heute habe ich den ersten Marienkäfer des Jahres auf dem Balkon gehabt. Die Sonne schien mir ins Gesicht und die ersten Schneeglöckchen wachsen im Park. Das bedeutet aber auch: Die ruhigere Phase zwischen den Jahren ist endgültig vorbei und die Vorbereitung auf den Sommer startet.
Besonders stolz war ich im Februar, dass nach einigen Monaten Vorarbeit nun endlich die erste Folge meines Podcasts erschienen ist, der wie dieser Newsletter auf den Namen „Temperatur & Taktik“ hört und den ihr ab sofort und dann monatlich auf allen üblichen Podcastkanälen findet. Im Podcast diskutiere ich mit Expert*innen über Themen rund um Klimaanpassung, Resilienz und Krisen. In der ersten Episode ist Ulrike Krol zu Gast, meine sehr geschätzte ehemalige Kollegin im BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin. Mit ihr spreche ich über die Auswirkungen von Hitze in Krankenhäusern und wie sich Mitarbeitende und Patient*innen darauf am besten vorbereiten können.
Neben den regulären Podcastfolgen sind mir außerdem Sonderfolgen zu aktuellen Krisen wichtig. Darum ging es damit auch schon direkt im Februar los. Erinnerst du dich noch an die zugefrorene Ostsee, um die es im letzten Newsletter ging? Mittlerweile weiß ich, dass ich auch ein LNG-Terminal beim Einfrieren beobachtet habe. Bei den anhaltenden Berichten über sinkende Gasspeicherstände (Stand 24. Februar 2026: 20,6%) frage ich mich, wie gefährlich die Situation für uns gerade wirklich ist. Marco Wünsch ist Berater berät zu Energie- und Wärmeversorgung für die Prognos GmbH und beschäftigt sich seit knapp 20 Jahren mit der Energiewende und Gasversorgung. In dieser ersten Sonderfolge gibt er spannende Einblicke in die deutsche Versorgungslandschaft – ich habe auf jeden Fall sehr viel gelernt und blicke nun entspannter auf den restlichen Winter. Klar wurde aber auch: Wir müssen unabhängiger von Gaslieferungen werden. Das stärkt unsere Resilienz und schützt nebenbei auch noch unseren Planeten.
Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen zum Newsletter und nun natürlich auch zum Podcast. Danke, dass du dabei bist!
Viel Freude beim Lesen wünscht
Deine Andrea
Hoffnung für Deutschland
Am 11. Juni ist der nächste Hitzeaktionstag und die wachsende Beteiligung macht mir wirklich Mut. Es kommen Akteur*innen aus dem Gesundheits- und Sozialwesen zusammen und das breite Bündnis zeigt, dass es an der Zeit ist, Hitze als das zu behandeln, was sie ist: Das größte gesundheitliche Risiko unserer Zeit. Dazu passend rückt der Aktionstag in diesem Jahr Hitzekrisen sowie die Auswirkungen extremer Hitze in den Blick. Auf der Website zum Hitzeaktionstag findet ihr vielfältige Möglichkeiten und Ideen, Euch zu beteiligen.
Hoffnung für die Welt
Beim Treffen des Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin habe ich in der vergangenen Woche einen inspirierenden Vortrag aus Paris gehört. Die Stadt bereitet sich seit einigen Jahren gezielt auf eine deutliche heißere Welt vor.Im Projekt „Paris bei 50°C“ übten Anwohnende und Behörden den Umgang mit extremer Hitze und identifizierten strukturiert die damit verbundenen Risiken. Extreme Hitze wurde so von einer fernen Zukunftsangst zu einer konkreten politischen Aufgabe. Im diesjährigen Bürgermeisterwahlkampf gehört es zu einem der zentralen Themen. In Barcelona startet in diesem Jahr ein ähnliches Programm und durch die Vereinten Nationen wird derzeit die Initiative „50 Städte bei 50°C“ vorbereitet. So bedrohlich die Auswirkungen extremer Hitze auch sind, ich finde es sehr ermutigend, dass wir uns endlich auch angemessen mit den Auswirkungen extremer Hitze auseinandersetzen.

Digital in die Zukunft
Manchmal verändert das Wetter sich schlagartig. Gerade bei Gewitter- oder Starkregen ist deshalb die Warnapp des Deutschen Wetterdienstes (DWD) Gold wert. Ich selbst nutze sie schon seit etwa fünf Jahren und sie hat mich schon mehrfach davor bewahrt, klatschnass zu werden oder auf Glatteis auszurutschen. Bei besonderen Wetterlagen gibt es außerdem fundierte Erklärvideos, so dass man bestens über anstehende Wetterrisiken Bescheid weiß. Ich kann die App nur wärmstens empfehlen – für mich ist sie ein echter Gamechanger.
Diese Technologie wird uns retten
Gerade hat die Bundesregierung die nächste Gesetzesänderung angekündigt, die Klimaschutz weiter von der Agenda streicht. Die 65% Regel für neue Heizungen im Gebäudeenergiegesetz wird gekippt. Neben den katastrophalen Auswirkungen auf Klimaschutz im Gebäudesektor kommt in der öffentlichen Debatte meines Erachtens bislang ein Aspekt zu kurz: Wärmepumpen können nicht nur energieeffizient heizen und sind damit der Kern der Wärmewende. Sie können im Sommer auch kühlen und sind damit in Kombination mit Solaranlagen eine wunderbare Lösung für klimafreundliches Kühlen und damit für die Kältewende. Deshalb hier mein klares Votum für die Wärmepumpe – eine Technologie, die entscheidend zu unserer Rettung beitragen kann.
Wer soll das bezahlen?
Und wieder gibt es gute Neuigkeiten aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Nach der Förderung von Klimaanpassungsmaßnahmen in Kommunen, können nun auch Unternehmen Fördermittel für kleine und große bauliche Klimaanpassungsmaßnahmen beantragen. Solltest du das Glück haben in NRW zu leben oder zu arbeiten, findest du die Unterlagen unter diesem Link.
Klimaanpassung aus der Hölle
Wir haben die Wahl: Schaffen wir die Transformation zu einer klimaresilienten Welt langfristig gut geplant, so dass alle davon profitieren? Oder reagieren wir nur auf Krisen und fördern damit unbeabsichtigt Lösungen, die langfristig nicht funktionieren können und Fehlanreize setzen. Ein Beispiel dafür, wie Transformation nicht funktioniert, lieferte vergangenes Jahr ein Urteil des Sozialgerichts Mainz. Eine häuslich gepflegte Person hatte einen Zuschuss zur Finanzierung einer Klimaanlage bei der Pflegekasse beantragt. Diese lehnte den Zuschuss ab – und hätte das nicht gedurft, so die Richter*innen. Interessant ist die Begründung des Urteils: In Zeiten des Klimawandels bilde eine Klimaanlage im Schlafzimmer den allgemeinen Wohnstandard ab. Und dafür habe die Pflegeversicherung einzustehen, so das Gericht in Mainz. Während wir also bisher daran scheitern Bedingungen zu schaffen, in denen sich Wohnraum weniger stark aufheizt, muss nun ausgerechnet die Pflegekasse einspringen, die sowieso schon chronisch unterfinanziert ist. Mehr zum Urteil findet ihr in diesem Bericht des SWR.
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